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Robert F. Kennedy – Leben, Karriere und Attentat

Robert Francis Kennedy, genannt Bobby, war einer der einflussreichsten amerikanischen Politiker seiner Generation. Als jüngerer Bruder von Präsident John F. Kennedy prägte er die US-Politik der 1960er Jahre sowohl als Justizminister als auch als Senator von New York. Seine Präsidentschaftskandidatur 1968 machte ihn zum Hoffnungsträger einer ganzen Generation – doch sein Leben endete tragisch durch ein Attentat, das die Nation erschütterte.

Kennedy entstammte einer der mächtigsten Familien Amerikas und verkörperte als jüngster Bruder von John F. Kennedy den Mythos der Kennedy-Dynastie. Seine Karriere reichte vom Kampf gegen die organisierte Kriminalität bis hin zum öffentlichen Mahner gegen Rassismus und den Vietnamkrieg. Der 6. Juni 1968 markierte das Ende einer vielversprechenden politischen Zukunft, die ihn ins Weiße Haus hätte führen können.

Wer war Robert F. Kennedy?

Robert Francis Kennedy wurde am 20. November 1925 in Brookline, Massachusetts, als siebtes von elf Kindern geboren. Sein Vater Joseph P. Kennedy war ein erfolgreicher Unternehmer und Diplomat, der als Botschafter in London diente und Franklin D. Roosevelt unterstützte. Seine Mutter Rose Kennedy entstammte einer renommierten Bostoner Familie – ihr Vater John F. Fitzgerald hatte das Amt des Bostoner Bürgermeisters inne.

In privilegierter Umgebung aufwachsend besuchte Kennedy renommierte Elite-Schulen, leistete Militärdienst und studierte anschließend. Nach einer Asienreise gemeinsam mit seinem Bruder John traf er den indischen Premierminister Jawaharlal Nehru und übernahm später zentrale Rollen in Johns politischer Laufbahn. Er leitete sowohl den Wahlkampf für den Senatssitz als auch den Präsidentschaftswahlkampf 1960.

Geburt
20. Nov. 1925
Tod
6. Juni 1968
Amt
Justizminister 1961–64
Kandidatur
Präsident 1968
Schlüssel-Einblicke

Kennedy setzte sich entschieden für Bürgerrechte ein und war eine zentrale Stimme der Anti-Kriegsbewegung gegen den Vietnamkrieg. Als Mitglied der Kennedy-Familie profitierte er vom legendären Familienmythos, der ihm bei Vorwahlen zusätzliche Unterstützung sicherte. Seine politische Haltung wandelte sich im Laufe der Jahre vom pragmatischen Hardliner zum empathischen Fürsprecher der Benachteiligten. Trotz seiner kurzen Karriere hinterließ er einen bleibenden Einfluss auf die amerikanische Politik.

Fakt Details
Vollständiger Name Robert Francis Kennedy
Geburtsort Brookline, Massachusetts
Ehefrau Ethel Skakel
Kinder 11
Mörder Sirhan B. Sirhan
Beigesetzt Arlington National Cemetery

Politische Karriere von Robert F. Kennedy

Senatsjurist und Korruptionsjäger

Kennedys politische Laufbahn begann als Untersuchungsausschussjurist im US-Senat. In dieser Funktion leitete er bedeutende Untersuchungen gegen Korruption, was seinen Ruf als unbeugsamer Kämpfer für Gerechtigkeit begründete. Seine Arbeit im Senat zeichnete sich durch Gründlichkeit und Entschlossenheit aus und machte ihn über Parteigrenzen hinweg bekannt.

Justizminister unter John F. Kennedy

Von 1961 bis 1964 diente Kennedy als Generalinspekteur (Attorney General) – faktisch der Justizminister – unter Präsident John F. Kennedy. In dieser Rolle führte er einen energischen Kampf gegen organisiertes Verbrechen und die Mafia. Seine kompromisslose Haltung gegenüber kriminellen Strukturen brachte ihm den Ruf eines der härtesten Strafverfolger der US-Geschichte ein.

Nach der Ermordung seines Bruders John am 22. November 1963 blieb Kennedy zunächst im Kabinett unter Lyndon B. Johnson. Allerdings entwickelte sich zwischen beiden eine gegenseitige Abneigung. Als Johnson ihm die Vizepräsidentschaftsnominierung verwehrte, verließ Kennedy 1964 das Kabinett.

Senator von New York

Bei der Senatswahl 1964 trat Kennedy als Kandidat der Demokraten für New York an und besiegte den republikanischen Amtsinhaber Kenneth Keating deutlich. Seine Popularität zeigte sich besonders beim demokratischen Parteitag 1964, wo er als herausragender Redner bejubelt wurde.

Die Ermordung von Robert F. Kennedy

Tathergang im Ambassador Hotel

Am 5. Juni 1968, kurz nachdem Kennedy die Vorwahl in Kalifornien gewonnen hatte, wurde er im Ambassador Hotel in Los Angeles niedergeschossen. Der 24-jährige Palästinenser Sirhan Sirhan feuerte insgesamt acht Schüsse ab, von denen drei Kennedy trafen. Am Tag darauf, dem 6. Juni 1968, erlag Kennedy seinen Verletzungen.

Die Umstände der Tat erinnerten schmerzhaft an die Ermordung seines Bruders John fünf Jahre zuvor. Kennedy wurde neben seinem Bruder John im Arlington National Cemetery beigesetzt – ein Ort, der bereits zur letzten Ruhestätte des Präsidenten geworden war.

Tatsachenlage

Sirhan Sirhan wurde noch am Tatort festgenommen. 1969 erfolgte seine Verurteilung zum Tode, die 1972 in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt wurde. Sirhan begründete seine Tat mit Kennedys Israel-Politik. Verschiedene Berufungsanträge mit alternativen Theorien zum Tathergang blieben erfolglos. Unter der Administration Trump wurden erneut Akten freigegeben, die jedoch keine grundlegend neuen Erkenntnisse lieferten.

Politisches Motiv und Relevanz

Das Motiv des Attentäters war laut Gerichtsunterlagen politischer Natur. Sirhan Sirhan palästinensischer Herkunft missbilligte Kennedys Unterstützung für Israel. Diese Tatsache verlieh dem Attentat eine internationale Dimension und verband es mit den Spannungen im Nahen Osten.

Die Ermordung hatte weitreichende politische Konsequenzen. Nach Kennedys Tod fehlte seinem Wahlkampf die zentrale Figur. Die Demokratische Partei nominierte daraufhin Hubert Humphrey, der jedoch die Präsidentschaftswahl gegen Richard Nixon verlor.

Familie und Nachkommen

Ehe und Kinder

Robert Kennedy heiratete Ethel Skakel, aus der Ehe gingen elf Kinder hervor – das letzte wurde posthum geboren. Die Kinderliste umfasst Kathleen (1951), Joseph II. (1952), Robert F. Kennedy Jr. (1954), David (1955), Mary Courtney (1956), Michael (1958), Mary Kerry (1959), Christopher G. (1963), Matthew M. T. (1965), Douglas H. (1967) und Rory Elizabeth K. (1968).

Robert F. Kennedy Jr.

John F. Kennedy Jr. cousin aside, Robert F. Kennedy Jr. hat als Sohn des Ermordeten eine eigene politische Karriere verfolgt. Er wurde 2024 als Gesundheitsminister in die Administration Trump berufen – eine Entscheidung, die stark kritisiert wurde. Kennedy Jr. gilt als umstritten, insbesondere wegen seiner Positionen gegen Impfungen und verschiedener Verschwörungstheorien.

Vier seiner Geschwister distanzierten sich öffentlich von ihm mit dem Statement: „Bobby mag den Namen unseres Vaters tragen, doch er teilt seine Werte nicht.“ Diese familiäre Spaltung verdeutlicht, wie kontrovers die politische Entwicklung des Sohnes innerhalb der Kennedy-Familie bewertet wird.

Enkel und politisches Erbe

Joseph P. Kennedy III, ein Enkel Robert Kennedys, wurde 2012 als Abgeordneter in den US-Kongress gewählt und setzte damit das politische Erbe der Familie fort. Die Kennedy-Dynastie bleibt somit in der amerikanischen Politik präsent.

Ethel Kennedy gründete 1968 die Organisation „Robert F. Kennedy Human Rights“, die sich weltweit für Menschenrechte einsetzt. Damit schuf sie eine dauerhafte Plattform zur Bewahrung des Vermächtnisses ihres Ehemannes.

Vermächtnis und Zitate

Robert F. Kennedy hinterließ ein Vermächtnis, das bis heute nachwirkt. Er gilt als Symbol der Hoffnung für progressives Amerika, als Verfechter der Bürgerrechte und als Stimme der Anti-Kriegsbewegung. Das Stadion in Washington D.C. wurde 1969 in „Robert F. Kennedy Memorial Stadium“ umbenannt, um seine Verdienste zu ehren.

„Auch er wurde von einem weißen Mann ermordet.“

– Robert F. Kennedy, Rede in Indianapolis am 4. April 1968 nach der Ermordung Martin Luther Kings

Diese Worte Kennedy am Abend von Martin Luther Kings Ermordung wurden zu einer seiner bekanntesten Reden. Er rief darin zu Mitgefühl und Gerechtigkeit auf und bezog sich erstmals öffentlich auf die Ermordung seines eigenen Bruders John. Jackie Kennedy, die Witwe des ermordeten Präsidenten, schrieb tröstend an Ethel Kennedy nach dem Verlust ihres Mannes.

Historische Bedeutung

Kennedys Indianapolis-Rede gilt als Meisterwerk politischer Rhetorik. In einer Zeit größter sozialer Unruhen appellierte er an die besseren Instinkte der Amerikaner und warnte vor weiterer Gewalt. Die Rede trug maßgeblich dazu bei, chaotische Ausschreitungen in jener Nacht zu verhindern.

Chronologie: Die letzten Jahre

  1. – Kennedy verlässt das Kabinett und wird Senator von New York
  2. – Offizielle Ankündigung der Präsidentschaftskandidatur
  3. – Rede in Indianapolis nach Martin Luther Kings Ermordung
  4. – Attentat im Ambassador Hotel in Los Angeles
  5. – Tod Robert F. Kennedys
  6. – Verurteilung von Sirhan Sirhan

Gesicherte Erkenntnisse und offene Fragen

Gesicherte Fakten Unklare Aspekte
Täter war Sirhan Sirhan Vollständige Motivation bleibt Gegenstand von Debatten
Datum: 5./6. Juni 1968 Ob weitere Personen am Attentat beteiligt waren
Ort: Ambassador Hotel, Los Angeles Genauigkeit der Gerichtsakten bei Zeugenaussagen
Schuldigsprechung 1969 Ausmaß etwaiger Justizirrtümer
Lebenslange Haftstrafe seit 1972 Fortbestehen von Verschwörungstheorien

Historischer Kontext und Bedeutung

Das Jahr 1968 erwies sich als eines der turbulentesten in der amerikanischen Geschichte. Innerhalb weniger Monate verloren die Vereinigten Staaten zwei Führungsfiguren der Bürgerrechtsbewegung durch Attentate. Die Ermordung Kennedys vertiefte das ohnehin bestehende Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen und verschärfte die politischen Gräben im Land.

Im Vergleich zu seinem Bruder John, dessen Charisma und Glamour die Nation begeisterten, verkörperte Robert einen pragmatischeren, aber nicht weniger leidenschaftlichen Politikstil. Seine Karriere als Justizminister und Senator zeigte einen Mann, der seine Überzeugungen im Laufe der Zeit weiterentwickelte – vom harten Strafverfolger zum einfühlsamen Fürsprecher für soziale Gerechtigkeit.

Bedeutende Reden und Quellen

„Wir brauchen keine Politik der geteilten Lager, der Angst und der Hetze. Wir brauchen keine Rhetorik der Angst.“

– Robert F. Kennedy, Auszug aus einer Wahlkampfrede 1968

Die wichtigsten Primärquellen zu Robert F. Kennedy umfassen das John F. Kennedy Presidential Library and Museum, die Bestände des US-Senats sowie die Sammlungen der Robert F. Kennedy Human Rights-Organisation. Zeitgenössische Berichterstattung findet sich in den Archiven großer Zeitungen und Magazine.

Die Wikipedia-Artikel zu Robert F. Kennedy und seinem Attentat bieten umfangreiche bibliografische Verweise. Ergänzend liefern Publikationen wie der Spiegel historische Analysen.

Zusammenfassung

Robert F. Kennedy remains one of the most fascinating figures in American political history. Seine Karriere vom Senator über den Justizminister bis zum Präsidentschaftskandidaten umfasste nur wenige Jahre, hinterließ aber bleibende Spuren in der amerikanischen Gesellschaft. Sein gewaltsamer Tod im Alter von 42 Jahren beendete nicht nur eine vielversprechende politische Laufbahn, sondern vertiefte auch die Wunden einer Nation, die bereits das Attentat auf John F. Kennedy verkraften musste.

Die Familie Kennedy und ihr Vermächtnis bleiben bis heute relevant. Während einige Nachkommen wie Joseph P. Kennedy III das politische Erbe fortsetzen, sorgt Robert F. Kennedy Jr. mit seinen kontroversen Positionen für Spannungen. Mehr über das Schicksal der Kennedy-Familie erfahren Sie in unserer Analyse zum Flugzeugabsturz von John F. Kennedy Jr.

Häufig gestellte Fragen

Wer hat Robert F. Kennedy ermordet?

Der Attentäter war Sirhan B. Sirhan, ein 24-jähriger Palästinenser, der am 5. Juni 1968 im Ambassador Hotel in Los Angeles acht Schüsse auf Kennedy abfeuerte. Er wurde festgenommen, 1969 zum Tode verurteilt und 1972 zu lebenslanger Haft begnadigt.

Wann wurde Robert F. Kennedy geboren?

Robert Francis Kennedy wurde am 20. November 1925 in Brookline, Massachusetts, geboren. Er war das siebte von elf Kindern der Familie Kennedy.

Wie viele Kinder hatte Robert F. Kennedy?

Robert F. Kennedy hatte elf Kinder mit seiner Frau Ethel Skakel. Das letzte Kind, Rory Elizabeth K., wurde posthum geboren.

Was sind bekannte Zitate von Robert F. Kennedy?

Ein bekanntes Zitat stammt aus seiner Rede am 4. April 1968: „Auch er wurde von einem weißen Mann ermordet“ – bezogen auf Martin Luther King. Andere bekannte Aussagen betonen die Notwendigkeit von Mitgefühl und Gerechtigkeit in der amerikanischen Politik.

Wer ist Robert F. Kennedy Jr.?

Robert F. Kennedy Jr. ist der dritte Sohn von Robert F. Kennedy. Er wurde 2024 als Gesundheitsminister in die Trump-Administration berufen und ist wegen seiner Positionen gegen Impfungen und verschiedener Verschwörungstheorien umstritten. Vier seiner Geschwister distanzierten sich öffentlich von ihm.

Warum wurde Robert F. Kennedy ermordet?

Das Motiv war laut Gerichtsunterlagen politischer Natur. Sirhan Sirhan missbilligte Kennedys Unterstützung für Israel. Kritiker warfen ihm auch Opportunismus vor, da er seine Kandidatur erst nach schwachen Ergebnissen von Johnson gegen Eugene McCarthy ankündigte.

Wann und wo starb Robert F. Kennedy?

Kennedy starb am 6. Juni 1968, einen Tag nach dem Attentat im Ambassador Hotel in Los Angeles. Er wurde auf dem Arlington National Cemetery beigesetzt, neben seinem Bruder John F. Kennedy.

Tobias JägerRedaktionsmitarbeiter

Tobias Jäger ist Technikredakteur bei Lageanalyse24.